Jetzt zwing ich mich. Ich berichte jetzt über den Norddeutschlandtrip. Im Schnelldurchlauf:
Tag eins. Mit dem Zug braucht man von Basel nach Hamburg, sagen wir, zehn Stunden. Nimmt man das Flugzeug, fliegt man, sagen wir, zwei Stunden. Hat man eine Verbindung wie ich eine hatte, dauert es mit dem Flugzeug, sagen wir, zehn Stunden. Vier Stunden Aufenthalt in Düsseldorf, ausgerechnet in Düsseldorf. Ich liess mir die Schuhe putzen, liess mich massieren, las Zeitung, ass etwas, las Zeitung, achherrje, Michael!, trank etwas. Immerhin: damit hatte ich eine Viertelstunde verplempert.
Weiter im Text. Der erste Slam, Iron Slam genannt, fand in einer alten Fabrikhalle in, tata!, Büdelsdorf statt. Viel unerfahrenes Slampublikum, welches sehr verhalten reagierte. Schliesslich gewann der depressive Nico Semsrott, unmittelbar vor Sulaiman Masomi. Beide mit total authentischen Vortragungsweisen. Aber wieso schreib ich das. Dafür war doch Presse da. Es war eine Ansammlung von Slamgrössenen vor Ort, unglaublich. Wir übernachteten in einem Hotel. Jeder ein Einzelzimmer. Eigentlich schade. Ich hätte gern im gleichen Raum, bzw. Bett, wie Felix Römer geschlafen. Ich mag Motorsägen.
Tag zwei. Frühstück. Zugfahrt von Rendsburg nach Flensburg. Kurze Stadtbesichtigung. Ganz niedlich. Wir waren fast die gleichen Slammer wie am Vorabend. Gleichhohes Niveau wie am Vorabend. Und das Publikum hundertmal begeisterungsfähiger. Der Auftrittsapplaus war lauter als jeder andere am Vorabend. Einer der derbgeilsten Slams, die ich je erleben durfte. Und das in Flensburg. In dieser Nacht schliefen wir in (etwa) Sechserzimmer. Das ist unwichtig. Felix Römer war nicht mehr dabei, weshalb ich Mühe hatte beim Einschlafen.
Tag drei. Wir zogen weiter. Slamveranstalter und Slammer “Högi” uns allen voran. Wir gingen auf die Insel Sylt. Mittlerweilen war der Filmemacher Benno Hungerbühler zu uns gestossen. Jetzt, am nördlichsten Punkt Deutschland, drehten wir einige funky Sequenzen für den Videoclip “Die Rose”. Der Slam später fand Openair statt. Ich gewann. Völlig unverdient natürlich.
Tag vier, fünf. Benno und ich fuhren durch die Gegend und drehten im Wattenmeer und in Hamburg. Der Clip wird demnächst geschnitten und in zirka zwei Wochen nach den Sommerferien veröffentlicht. Ähm. Yeah.
Tag sechs. Spontan fuhr ich noch nach Kiel. Auch sehr, sehr fresher Slam. Derbe geflasht haben mich dort “Team & Struppi” (Jasper Diedrichsen und Moritz Neumeier) mit wirren Texten mit Körpereinsatz. Das Publikum aber fiel auf eine Kölnerin und einen Schweizer rein. Doppelsieg.
Solche Berichte sind scheisse. Niemand interessiert es, ausser die Slammer, die dort waren. Aber die gehen aus Prinzip nicht auf die Website ihrer Feinde.
Also Props und Danke an alle, vorallem an Björn “Högi” Högsdal, Schriftstehler, Brigitte & Peter. Und Felix Römer.